Kinderfreundliche Strände: flaches Wasser und Schatten
Kinderfreundliche Strände auf Ibiza: woran du sie erkennst, wo Rettungsschwimmer arbeiten, was die Flaggen bedeuten und wie ihr der Mittagssonne ausweicht.
Ein kinderfreundlicher Strand ist kein Strand mit Hüpfburg. Für kleine Kinder zählen vier Dinge: Wasser, das langsam tiefer wird, ein Stück Schatten, Rettungsschwimmer in der Nähe und ein kurzer Weg vom Parkplatz oder von der Bushaltestelle. Ibiza hat viele Buchten, die das erfüllen, und einige berühmte, die es nicht tun. In dieser Guide erfährst du, woran du einen geeigneten Strand erkennst und wo du auf offizielle Angaben zurückgreifen kannst, statt auf Hörensagen.
Woran du einen guten Familienstrand erkennst
Sand statt Kies und Fels ist der wichtigste Punkt. In Sandbuchten fällt der Grund meist sanft ab, und Kinder können am Ufer spielen, ohne dass das Wasser sofort tief wird. Felsige Buchten mit Einstieg über Steine sind schön zum Schnorcheln, aber mit Kleinkindern mühsam; die Notfallbehörde der Balearen rät dort ausdrücklich zur Vorsicht beim Ein- und Ausstieg[1].
Achte außerdem auf die Lage der Bucht. Nach Westen offene Strände bekommen am Nachmittag oft Wind und Wellen, geschützte Buchten an der Ost- und Südküste sind morgens meist ruhig. Wie Wind und Wellen in den nächsten Tagen werden, zeigt die amtliche Strandvorhersage des spanischen Wetterdienstes, die auch den UV-Index angibt[2].
Rettungsschwimmer: wo sie offiziell arbeiten
Die Gemeinde Sant Josep, zu der ein großer Teil der Südwestküste gehört, veröffentlicht, an welchen Stränden sie einen Rettungsdienst unterhält und wie sie diese Strände einstuft[3]. Dazu gehören Cala Vedella, Cala Tarida, Cala Bassa, Cala Conta und Port des Torrent mit mittlerem Risiko sowie Cala Jondal, Cala d'Hort und Punta Pinet mit niedrigem Risiko. Wichtig zum Verständnis: Diese Einstufung nach dem Dekret 2/2005 hängt vor allem davon ab, wie viele Menschen einen Strand nutzen. Sie sagt nichts darüber, wie flach das Wasser ist.
Die Rettungsschwimmer arbeiten nicht das ganze Jahr. Sant Josep teilt das Jahr in Nieder-, Mittel- und Hochsaison[4]; außerhalb der Hauptmonate solltest du nicht damit rechnen, dass jemand auf dem Turm sitzt. Bei Ses Salines und bei Cala Conta, die beide oft als Familienstrände empfohlen werden, lohnt ein Blick in unsere Einzelguides: Ses Salines und Cala Comte.
Die Flaggen, die Kinder kennen sollten
Bring deinen Kindern die Flaggen bei, bevor ihr das erste Mal ins Wasser geht. Rot heißt Badeverbot, Gelb heißt Vorsicht, Grün heißt Baden erlaubt. Eine orange Flagge bedeutet, dass keine Rettungsschwimmer da sind[5]. Ein Spiel daraus zu machen, wer die Flagge zuerst entdeckt, hilft mehr als jede Ermahnung.
Gut zu wissen: Wo keine Bojen eine Badezone markieren, gilt laut Gemeinde ein Streifen von 200 Metern vor dem Strand als Badezone[6]. Weiter draußen solltet ihr mit Kindern ohnehin nicht schwimmen. Trotzdem sind Luftmatratzen und Schwimmtiere bei ablandigem Wind ein echtes Risiko; die Behörde rät, sich nicht von der Küste zu entfernen[1].
Schatten und Mittagssonne
Viele Buchten haben Sonnenschirme und Liegen zum Mieten, aber nur wenige natürlichen Schatten durch Pinien. Nimm einen eigenen Schirm oder ein kleines Strandzelt mit. Der 112 der Balearen rät, dass Kinder und besonders Babys eine Mütze tragen, im Schatten bleiben und oft trinken[1]. In der Praxis heißt das: früh an den Strand, mittags zurück in die Unterkunft und am späten Nachmittag noch einmal los.
Quallen: ruhig bleiben
In manchen Sommern treiben Quallen an die Küste. Wenn dein Kind gestochen wird: aus dem Wasser, nicht reiben, mit Meerwasser spülen und Reste mit einer Pinzette oder einem Handschuh entfernen. Bei Übelkeit, Schwindel oder Krämpfen geht ihr ins nächste Krankenhaus[7]. Süßwasser ist dabei keine gute Idee, auch wenn es naheliegt.
Hinkommen ohne lange Fußwege
Mit Kinderwagen und Strandtasche zählt jeder Meter. Ein gutes Beispiel für eine durchdachte Lösung sind Cala Salada und Cala Saladeta bei Sant Antoni: Dort parkt ihr kostenlos und fahrt mit dem Bus bis an den Strand[8]. Wer mobil eingeschränkt ist oder einen Großelternteil dabeihat, findet in Sant Josep an einigen Stränden Amphibienstühle, mit denen man ins Wasser kommt[9].
Was in die Strandtasche gehört
Für einen entspannten Familientag am Meer hat sich eine kurze Liste bewährt: ein eigener Schirm oder ein Strandzelt, Mützen und UV-Shirts für die Kinder, reichlich Wasser, Badeschuhe für Buchten mit Steinen, ein Handtuch mehr als gedacht und ein kleiner Snack für den Moment, in dem die Laune kippt. Vereinbart mit älteren Kindern einen festen Treffpunkt, etwa den Rettungsturm oder einen auffälligen Schirm, falls ihr euch im Gewimmel aus den Augen verliert. Kleine Kinder bleiben im Wasser immer in Armlänge, auch wenn sie Schwimmflügel tragen.
Weitere Strände mit allen Details findest du im Bereich Strände, und wo ihr als Familie am besten wohnt, steht in Ibiza mit Kindern: welche Gegend passt. Zurück zum Überblick: Ibiza mit Kindern.
Quellen
Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.
Der 112 der Balearen rät, dass Kinder und vor allem Neugeborene am Strand eine Mütze tragen, im Schatten bleiben und häufig Wasser trinken; außerdem, Luftmatratzen und Ähnliches vorsichtig zu benutzen, sich nicht von der Küste zu entfernen und an felsigen Ein- und Ausstiegen aufzupassen.
AEMET veröffentlicht eine Strandvorhersage für einzelne Strände der Balearen, darunter Port de Sant Miquel auf Ibiza, mit Wassertemperatur, Wind, Wellengang und maximalem UV-Index für die nächsten Tage.
Die Gemeinde Sant Josep de sa Talaia unterhält einen Rettungsdienst an Platja d'en Bossa, Es Cavallet (mittleres Risiko), Ses Salines (hohes Risiko), Cala Jondal, Cala d'Hort, Punta Pinet (niedriges Risiko), Cala Vedella, Cala Tarida, Cala Conta, Cala Bassa und Port des Torrent (mittleres Risiko); die Einstufung folgt dem Dekret 2/2005 der Balearen.
Die Gemeinde Sant Josep unterteilt die Strandsaison in Niedrigsaison (1. November bis 14. Mai), Mittelsaison (15. Mai bis 30. Juni sowie 1. bis 15. Oktober) und Hochsaison (1. Juli bis 30. September).
Bei roter Flagge ist das Baden verboten, bei gelber ist Vorsicht geboten, bei grüner ist Baden erlaubt; eine orange Flagge zeigt an, dass keine Rettungsschwimmer anwesend sind.
Als Badezone gelten die von der zuständigen Behörde mit Bojen markierten Bereiche; wo nichts markiert ist, gilt ein 200 Meter breiter Streifen vor dem Strand bzw. 50 Meter vor der Küste als Badezone.
Bei Quallenstichen rät der 112 der Balearen: aus dem Wasser gehen, nicht reiben, mit Meerwasser statt Süßwasser spülen, Tentakelreste mit Pinzette oder Handschuh entfernen und bei Übelkeit, Schwindel oder Krämpfen ins nächste Krankenhaus gehen.
Cala Salada und Cala Saladeta in Sant Antoni sind die ersten «connected beaches» Ibizas: Man parkt kostenlos und fährt mit dem Bus zum Strand.
In Sant Josep gibt es Amphibienstühle für Menschen mit eingeschränkter Mobilität an Platja d'en Bossa, Ses Salines (Migjorn), Port des Torrent und Cala Bassa.
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