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Schlangen auf Ibiza: woher sie kommen und ob sie gefährlich sind

Schlangen auf Ibiza: wie sie auf die Insel kamen, warum sie als invasiv gelten, was die Regierung dagegen tut und wie du dich bei Wanderungen verhältst.

Wandern & Natur auf Ibiza 4 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft

Knorriger Wacholder auf Kalkfelsen über einer Steilküste mit tiefblauem Meer am Abend
Symbolbild

Einige Angaben können sich ändern. Stand: .

Wer auf Ibiza wandert, sieht manchmal eine Schlange auf dem Weg. Viele Urlauber erschrecken, weil sie auf einer Mittelmeerinsel mit Strand und Pinien nicht damit rechnen. In dieser Guide erfährst du, woher die Tiere kommen, warum die Regierung sie bekämpft und wie du dich verhältst. Wichtig vorab: Wir können dir keine medizinische Einschätzung geben, und die offizielle Quelle, auf die wir uns stützen, behandelt vor allem den Schaden für die Natur.

Ursprünglich nicht auf der Insel

Schlangen gehören nicht zur ursprünglichen Tierwelt der Pityusen, also von Ibiza und Formentera. Sie kamen zu Beginn dieses Jahrhunderts mit importierten Olivenbäumen und anderen Zierbäumen auf die Inseln[1]. Was damals als Dekoration für Gärten gedacht war, hat sich zu einem Umweltproblem entwickelt. Die Regierung der Balearen spricht von einem schweren ökologischen Schaden[1]. Genannt werden vor allem die Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis) und die Treppennatter (Zamenis scalaris)[1].

Warum das ein Problem ist

Das Opfer ist die Pityusen-Eidechse. Diese Art gibt es nur auf den Pityusen, sie ist durch mehrere Vorschriften geschützt, und auf den Inselchen vor Ibiza leben Varianten, die sich in Größe und Farbe unterscheiden[2]. Die Regierung nennt sie ausdrücklich als die Art, die am stärksten unter den eingeführten Schlangen leidet[1]. Dass dieses Thema Wanderer betrifft, liegt daran, dass Eidechsen und Schlangen denselben Lebensraum teilen: trockene Wiesen, Steinmauern und Feldränder, wie du sie bei einer Wanderung siehst.

Was die Regierung unternimmt

Die Behörden gehen mit einer Strategie vor, die das Umweltministerium 2018 genehmigt hat[3]. Dazu gehören laut offizieller Mitteilung:

  • Investitionen von 2,5 Millionen Euro auf Ibiza und Formentera[3].
  • Mehr als 2600 Fallen und 13 Techniker, die sich ausschließlich dieser Aufgabe widmen[3].
  • 18 städtische Schutzgebiete für Eidechsen in Parks und Schulen[3].
  • Fallen, die erstmals das ganze Jahr über aktiv bleiben[3].

Im Oktober 2025 hat die Regierung außerdem beantragt, alle eingeführten Nattern auf dem gesamten Archipel als invasiv einzustufen[1]. Die Entscheidung liegt beim Ministerium, und der Stand kann sich ändern.

Sind Schlangen für dich gefährlich?

Die offizielle Mitteilung beschreibt den Schaden für die Natur, nicht eine Gefahr für Menschen[1]. Eine ärztliche Aussage dazu machen wir nicht. Wenn du dir unsicher bist, zum Beispiel nach einem Biss, such einen Arzt auf oder ruf den Notruf 112 an. Hinweise zur Gesundheitsversorgung findest du in Gesundheit und Arzt auf Ibiza.

So verhältst du dich auf dem Weg

  • Bleib auf dem Pfad. Die Tiere sitzen gern auf warmen Steinen und in niedrigem Gebüsch. Wer zwischen Mauern und Büschen herumkraxelt, überrascht sie eher.
  • Mach dich bemerkbar. Wer fest auftritt, gibt den Tieren die Chance zu verschwinden.
  • Nicht anfassen, nicht fangen. Auch Fotos solltest du aus Abstand machen.
  • Nicht umsiedeln. Wer ein Tier mitnimmt oder verlegt, kann die Ausbreitung auf neue Orte fördern. Diesen Punkt leiten wir aus dem Ziel der Behörden ab, die Verbreitung zu begrenzen; eine ausdrückliche Anweisung dazu haben wir nicht gefunden.
  • Feste Schuhe und lange Hose schützen dich ohnehin vor Dornen und scharfen Steinen.

Eidechsen statt Schlangen: was du wirklich siehst

Auf den meisten Wanderungen begegnen dir eher Eidechsen als Schlangen. Die Pityusen-Eidechse ist geschützt[2], also fang sie nicht, füttere sie nicht und stell dich nicht auf ihre Mauern. In einigen Parks und Schulen hat die Regierung 18 eigene Schutzgebiete für sie eingerichtet[3]. Wenn du Kinder dabeihast, ist das eine gute Gelegenheit, ihnen zu erklären, warum man Tiere nur anschaut.

Wird das Problem verschwinden?

Das lässt sich heute nicht seriös sagen. Die Strategie läuft seit 2018[3], die Behörden haben ihre Anstrengungen erhöht, und der Antrag auf eine Ausweitung des Katalogs ist noch nicht entschieden[1]. Für deinen Urlaub heißt das: Das Thema bleibt Teil der Insel, und es lohnt sich, aufmerksam zu gehen, ohne sich den Tag verderben zu lassen.

Schlangen und deine Reiseplanung

Schlangen sollten kein Grund sein, Ibiza zu meiden oder auf Wanderungen zu verzichten. Wie oft du eine siehst, hängt von Jahreszeit, Wetter und Gegend ab; eine verlässliche Zahl dazu gibt es nicht. Wenn du Sorge hast, frag bei deiner Unterkunft nach den Erfahrungen vor Ort und wähle für den Anfang gut ausgetretene Wege. Wie du Wanderungen gut planst, steht in Wandern auf Ibiza, und eine Reihe von Zielen findest du im Bereich Wandern & Natur.

Wenn du Bilder von Schlangen aus dem Internet kennst, bleib skeptisch: In sozialen Netzwerken kursieren viele Fotos ohne Ortsangabe und mit übertriebenen Größen. Verlass dich auf offizielle Mitteilungen und auf das, was Gemeinden und Naturschutzbehörden veröffentlichen.

Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Am 8. Oktober 2025 hat die Regierung der Balearen beim spanischen Umweltministerium beantragt, den Katalog invasiver Arten so zu ändern, dass alle eingeführten Nattern auf dem gesamten Archipel als invasiv gelten. Das Königliche Dekret 630/2013 vom 2. August führte diese Arten bereits für Ibiza und Formentera auf, wohin sie zu Beginn des Jahrhunderts mit importierten Olivenbäumen und anderen Zierbäumen gelangten. Seitdem haben sie einen schweren ökologischen Schaden verursacht, vor allem für die endemische Pityusen-Eidechse (Podarcis pityusensis). Auf Mallorca nennt die Mitteilung die Hufeisennatter (Hemorrhois hippocrepis) und die Treppennatter (Zamenis scalaris) als zunehmende Bedrohung.

    Govern de les Illes Balears · Stand: 8. Oktober 2025 · abgerufen am ↩↩↩↩↩↩↩

  2. Die Pityusen-Eidechse (Podarcis pityusensis) ist durch verschiedene Vorschriften geschützt und kommt auf den Inselchen im Westen Ibizas in Varianten vor, die sich in Größe und Färbung unterscheiden.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩↩

  3. Nach derselben Mitteilung hat die Regierung 2,5 Millionen Euro in den Kampf gegen invasive Schlangen auf Ibiza und Formentera investiert, mehr als 2600 Fallen aufgestellt und 13 Techniker des Wildtierzentrums COFIB ausschließlich dafür eingesetzt. Außerdem wurden 18 städtische Schutzgebiete für die Pityusen-Eidechse in Parks und Bildungseinrichtungen geschaffen; ein Teil der Fallen bleibt erstmals das ganze Jahr aktiv. Die Maßnahmen folgen der 2018 vom Umweltministerium genehmigten Strategie zur Kontrolle und möglichen Ausrottung invasiver Schlangen auf Inseln.

    Govern de les Illes Balears · Stand: 8. Oktober 2025 · abgerufen am ↩↩↩↩↩↩↩

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