Zum Inhalt springen

Es Vedrà: der Felsen im Südwesten und wie du ihn siehst

Es Vedrà vor Ibizas Westküste: was das Schutzgebiet ist, warum man nicht an Land darf, wie du den Felsen vom Wasser aus erlebst und welche Regeln gelten.

Wandern & Natur auf Ibiza 4 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft

Knorriger Wacholder auf Kalkfelsen über einer Steilküste mit tiefblauem Meer am Abend
Symbolbild

Einige Angaben können sich ändern. Stand: .

Wenn du auf Fotos von Ibiza einen schroffen Felsen im Meer siehst, der wie eine Pyramide aus dem Wasser ragt, ist das meistens Es Vedrà. Er liegt vor der Westküste, ist unbewohnt und gehört zu den bekanntesten Ansichten der Insel. In dieser Guide erfährst du, was dieser Felsen offiziell ist, warum du dort nicht an Land gehen darfst, wie du ihn dir trotzdem aus der Nähe ansiehst und welche Regeln auf dem Wasser gelten.

Was ist Es Vedrà?

Es Vedrà ist kein Aussichtspunkt, sondern ein Naturreservat. Zusammen mit dem kleineren Es Vedranell und weiteren Inselchen im Westen bildet er ein Schutzgebiet an der Küste der Gemeinde Sant Josep de sa Talaia[1]. Die Behörden der Balearen haben das Gebiet 2002 per Dekret unter Schutz gestellt; der ursprünglich ebenfalls erklärte Naturpark an Land wurde 2003 auf die Inselchen reduziert[2]. Du hörst oft Geschichten über Mythen und geheimnisvolle Kräfte. Für deine Planung zählt etwas anderes: Hier brüten Vögel, und auf den Felsen leben Pflanzen und Tiere, die es nirgends sonst gibt.

Warum du nicht an Land darfst

Die Inselchen sind wegen ihrer Lage nur über das Meer erreichbar, und an Land gehen darf man ohne Genehmigung auf keinem von ihnen[1]. Das gilt auch für Es Vedrà selbst. Der Grund sind die Tiere: Auf den Felsen brüten Seevögel wie Sturmtaucher, Krähenscharbe und Sturmschwalbe, dazu Wanderfalken und Eleonorenfalken; Letztere haben auf Es Vedrà eine bedeutende Kolonie[3]. Außerdem leben dort verschiedene Varianten der Pityusen-Eidechse[3]. Jeder Besucher an Land würde die Nester und die Tiere stören. Wenn dir jemand eine Tour verspricht, bei der du auf den Felsen steigst, sei skeptisch.

Wie du Es Vedrà trotzdem erlebst

Erlaubt ist die Fahrt rund um die Inselchen; dafür brauchst du keine Genehmigung[1]. Die Behörde nennt ausdrücklich Segeln, Schwimmen, Tauchen, Kajak und Stand-up-Paddling als mögliche Aktivitäten im Meer der Reservate[4]. Du hast also mehrere Möglichkeiten:

  • Mit dem Boot. Von einer Tour oder einem gemieteten Boot aus siehst du den Felsen aus nächster Nähe. Wie du ein Boot mietest, steht in Boot mieten auf Ibiza.
  • Mit dem Kajak oder Paddleboard. Auch das ist erlaubt, setzt aber Erfahrung mit Wind und Strömung voraus. Mehr in SUP und Kajak auf Ibiza.
  • Von der Küste. Der Felsen ist von mehreren Punkten an der Westküste sichtbar. Wo genau du am besten stehst, erfährst du bei der Gemeinde Sant Josep, die dazu eigene Hinweise veröffentlicht.
  • Abends. Am Westen der Insel geht die Sonne ins Meer; wie du diese Stunde gut planst, steht in Sonnenuntergang auf Ibiza.

Was du im Wasser sehen kannst

Das Meer um die Inselchen ist ein eigenes Kapitel. Die Behörde beschreibt eine große Vielfalt an Lebensräumen auf kleinem Raum, darunter Korallengründe, und schreibt, dass man außerhalb des Sommers geschützte Arten wie Delfine, Meeresschildkröten und sogar einen Finnwal entdecken kann[1]. Das ist keine Garantie, sondern ein Grund, ruhig zu fahren, den Motor nicht aufheulen zu lassen und Tieren nicht hinterherzujagen. Wenn du auf einer Tour bist, achte darauf, ob der Anbieter Abstand hält und keine Tiere füttert.

Regeln auf dem Wasser

Wer im Reservat unterwegs ist, hat ein paar feste Regeln:

  • Ankern: erlaubt, aber nicht auf Posidonia[4]. Das Seegras ist streng geschützt, mehr dazu in Posidonia: warum Ankern im Seegras verboten ist.
  • Nachts vor Anker: möglich, wenn du die Regeln einhältst[4]. Die Behörde bittet ausdrücklich um Ruhe.
  • Tauchen: erlaubt, in den Zonen der Meeresreservate Es Bledes und Es Vedrà–Es Vedranell aber nur mit eigener Genehmigung der Fischereibehörde[4]. Wenn du tauchen willst, frage vorher bei deinem Tauchcenter nach; eine Übersicht bietet Tauchen auf Ibiza.
  • Nichts mitnehmen: weder Tiere noch Pflanzen noch archäologische Funde.

Und der Aufstieg zu Aussichtspunkten?

Viele Leute verbinden Es Vedrà mit Wanderungen, weil Aussichtspunkte am Land liegen. Für den Felsen selbst gibt es keinen Wanderweg. Wenn du zu Fuß in der Gegend unterwegs sein willst, informiere dich vorher bei der Gemeinde, welche Wege offen und öffentlich sind, und achte auf Privatgrund. Allgemeine Hinweise zum Wandern auf der Insel findest du in Wandern auf Ibiza; eine Wanderung mit Rundumblick beschreibt Sa Talaia.

Kurz gesagt

Es Vedrà ist ein Ort zum Anschauen, nicht zum Betreten. Wer vom Wasser aus schaut, Abstand hält und die Regeln beachtet, sieht den Felsen von seiner besten Seite. Alle Ziele des Themas findest du unter Wandern & Natur.

Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Es Vedrà, Es Vedranell und die Inselchen im Westen (Illots de Ponent) bilden Naturreservate an der Westküste Ibizas in der Gemeinde Sant Josep de sa Talaia. Wegen ihrer Lage erreicht man sie nur auf dem Seeweg; an Land gehen darf man auf keinem der Inselchen ohne Genehmigung. Für die Fahrt rund um die Inselchen braucht man keine Erlaubnis.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩↩↩↩

  2. Im Februar 2002 wurde per Dekret 24/2002 der Naturpark Cala d'Hort, Cap Llentrisca und Sa Talaia sowie die Naturreservate Es Vedrà, Es Vedranell und Illots de Ponent erklärt; im Dezember 2003 wurde das gesamte Landgebiet des Parks außer den heutigen Reservat-Inselchen aufgehoben.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · Stand: Februar 2002 · abgerufen am ↩

  3. Auf den Inselchen brüten Seevögel wie Balearen-Sturmtaucher, Gelbschnabel-Sturmtaucher, Krähenscharbe und Sturmschwalbe; unter den Greifvögeln brüten Wanderfalke und Eleonorenfalke, Letzterer mit einer bedeutenden Kolonie auf Es Vedrà. Die Pityusen-Eidechse (Podarcis pityusensis) kommt in verschiedenen Varianten auf den Inselchen vor.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩↩

  4. In den Gewässern der Reservate darf frei geankert werden, solange nicht auf Posidonia; Übernachten vor Anker ist erlaubt, wenn die Regeln eingehalten werden. Erlaubt sind Schwimmen, Tauchen, Kajak und Stand-up-Paddling; in Zonen der Meeresreservate (Es Bledes, Es Vedrà–Es Vedranell) braucht Tauchen eine eigene Genehmigung der Fischereibehörde.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩↩↩↩

Zuletzt geprüft am

Wir prüfen diese Guide spätestens bis . Fehler gefunden? Kontakt über das Impressum.

Mehr zum Thema Wandern & Natur auf Ibiza