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Ibiza und die Hippies: von den 60ern bis heute

Hippie-Ibiza: wie Aussteiger in den 60ern und 70ern die Insel prägten, was von ihnen bleibt und wo du heute Spuren der Hippie-Zeit findest.

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Leinenhängematte mit Kissen und Decke zwischen zwei Kiefern über einer felsigen Bucht
Symbolbild

Wenn heute von Ibiza als «Insel der Freiheit» die Rede ist, schwingt eine Geschichte mit, die mehr als ein halbes Jahrhundert zurückreicht. In den 1960er- und 1970er-Jahren kamen junge Menschen aus ganz Europa und Nordamerika auf die Insel, die anders leben wollten als zu Hause. Man nannte sie Hippies, auf der Insel auch einfach die Langhaarigen. Die Hippies haben Ibiza nicht erfunden, aber das Bild geprägt, das die Welt bis heute von der Insel hat. Diese Guide erzählt, wie es dazu kam, was davon geblieben ist und wo du heute noch Spuren dieser Zeit findest.

Eine Insel am Rand

Um zu verstehen, warum gerade Ibiza so anziehend war, musst du dir die Insel vor dem Massentourismus vorstellen. Ibiza war arm, ländlich und abgelegen. Die meisten Menschen lebten von Landwirtschaft und Fischfang, viele Familien in verstreuten Höfen, den typischen weißen Bauernhäusern, die du heute noch im Inselinneren siehst. Strom und fließendes Wasser waren auf dem Land keine Selbstverständlichkeit. Was das Leben der Inselbewohner ausmachte, beschreibt unsere Geschichte Ibizas, und wie die alten Häuser gebaut sind, erklärt Ibizenkische Architektur.

Für Aussteiger aus dem Norden war genau das reizvoll: ein mildes Klima, Licht, Meer, einfache Häuser und ein Leben, das wenig kostete. Schon vor den Hippies hatten Künstler und Schriftsteller die Insel entdeckt. In den 60er-Jahren wurde aus einzelnen Besuchern eine Bewegung.

Zwei Welten begegnen sich

Die Begegnung zwischen den bäuerlichen Familien und den Neuankömmlingen war nicht immer einfach. Hier eine konservative, katholische Landbevölkerung, dort junge Leute mit langen Haaren, freier Liebe und Musik bis spät in die Nacht. Erstaunlich ist, wie oft das Zusammenleben trotzdem funktionierte. Viele Hippies mieteten alte Bauernhäuser, lernten von den Nachbarn, wie man Brunnen und Zisternen nutzt, und lebten auf eine Weise, die der Inseltradition näher war, als man denken würde: einfach, mit wenig Geld und viel Zeit.

Die Inselbewohner wiederum erlebten, dass aus der Ferne Menschen kamen, die ihre Landschaft und ihre Häuser schön fanden. In einer Zeit, in der viele junge Einheimische die Insel verlassen wollten, war das eine neue Erfahrung.

Was die Hippies hinterlassen haben

Die Märkte. Die sichtbarste Spur sind die Hippiemärkte. Der Markt von Punta Arabí in Es Canar wurde 1973 eröffnet und gehört zu den ersten seiner Art auf der Insel[1]. Las Dalias bei Sant Carles hat eine noch ältere Geschichte: In den 1950er-Jahren war es ein Tanzlokal für Einheimische, ab den 1970er-Jahren kamen die Hippies aus der Umgebung dazu[2]. Beide Märkte gibt es bis heute, auch wenn sie längst ein Ziel für Gäste aus aller Welt geworden sind. Wann welcher Markt stattfindet, steht in Hippiemärkte auf Ibiza, Details in Punta Arabí und Las Dalias.

Die Mode. Aus der Verbindung von traditioneller Inselkleidung und dem lockeren Stil der Neuankömmlinge entstand eine eigene Mode: weiße, leichte Stoffe, Spitze, weite Schnitte. Unter dem Namen Adlib ist sie bis heute ein Markenzeichen der Insel. Mehr dazu in Adlib: die weiße Mode Ibizas.

Die Musik. Die Trommeln am Strand von Benirràs bei Sonnenuntergang werden oft mit der Hippie-Zeit verbunden. Was es damit auf sich hat und wie du den Abend respektvoll erlebst, liest du in Benirràs und die Trommeln.

Ein Lebensgefühl. Dass Ibiza heute für Yoga, Retreats und alternative Lebensformen bekannt ist, hat auch mit dieser Zeit zu tun. Viele, die damals kamen, sind geblieben, haben Familien gegründet und die Inselgesellschaft mitgeprägt.

Was von der Hippie-Zeit wirklich bleibt

Es wäre zu einfach, Ibiza auf die Hippies zu reduzieren. Die Insel hat eine Geschichte, die Jahrtausende zurückreicht: Phönizier, Römer, Araber und Katalanen haben Spuren hinterlassen. Seit 1999 gehört Ibiza mit der Altstadt Dalt Vila, der phönizischen Siedlung Sa Caleta, der Nekropole Puig des Molins und den Seegraswiesen zum UNESCO-Welterbe[3]. Mehr dazu in Ibiza als UNESCO-Welterbe.

Gleichzeitig ist das Hippie-Erbe auch eine Marke geworden. Auf manchen Märkten kommt das Angebot aus Fabriken weit weg von der Insel, und «Boho» ist vor allem ein Verkaufsargument. Wer echtes Handwerk sucht, sollte fragen, wer ein Stück gemacht hat und wo. Tipps dazu in Souvenirs von Ibiza.

Auf Spurensuche

Wenn du dich für diese Zeit interessierst, plan einen Tag im Nordosten der Insel. Rund um Sant Carles und Santa Eulària liegen die Märkte, und die Landschaft zeigt dir, warum die Aussteiger damals hierherkamen: Pinien, kleine Felder, verstreute weiße Häuser. Auch Santa Gertrudis im Inselinneren hat sich viel von der entspannten Atmosphäre bewahrt, mehr dazu in Santa Gertrudis.

Und vielleicht ist die beste Art, diese Geschichte zu verstehen, die einfachste: einen Tag langsam machen, auf einem Dorfplatz sitzen, den Abend am Meer erleben. Wo das am besten gelingt, zeigt Das ruhige Ibiza.

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Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Der Hippy Market Punta Arabí in Es Canar wurde 1973 eröffnet und gehört damit zu den ersten Hippiemärkten der Insel; er findet mittwochs von April bis Oktober statt.

    Ajuntament de Santa Eulària des Riu (Visit Santa Eulalia) · abgerufen am ↩

  2. Las Dalias bei Sant Carles hat seinen Ursprung in den 1950er-Jahren als Tanzlokal für Einheimische; ab den 1970er-Jahren kamen die Hippies, die in der Gegend lebten.

    Ajuntament de Santa Eulària des Riu (Visit Santa Eulalia) · abgerufen am ↩

  3. Ibiza ist seit 1999 als «Ibiza, Biodiversity and Culture» UNESCO-Welterbe; dazu gehören Posidonia-Seegraswiesen, die Altstadt Dalt Vila, die phönizische Siedlung Sa Caleta und die Nekropole Puig des Molins.

    UNESCO World Heritage Centre · Stand: 1999 · abgerufen am ↩

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