Ibiza-Stadt (Eivissa): die Hauptstadt jenseits der Altstadt
Ibiza-Stadt ist mehr als Dalt Vila: Hafen, La Marina, Vara de Rey, die Nekropole Puig des Molins und Strände am Stadtrand – so planst du deinen Tag.
Wenn auf Ibiza jemand sagt, er fährt «in die Stadt», meint er Eivissa. Die Hauptstadt ist die größte Stadt der Insel und zugleich ihr Verwaltungssitz[1]. Viele Besucher sehen von ihr nur die Mauern von Dalt Vila, machen ein Foto und fahren zurück an den Strand. Das ist schade, denn gerade unterhalb der Altstadt spielt sich das Alltagsleben ab: im Hafen, in den Gassen von La Marina, auf den Plätzen, in den Cafés. Diese Guide zeigt dir, was Ibiza-Stadt jenseits der Altstadt ausmacht und wie du einen Tag hier sinnvoll einteilst.
Ein Name für Insel und Stadt
Die Stadt heißt auf Katalanisch Eivissa und auf Spanisch Ibiza, genau wie die Insel. Auf Schildern liest du meist die katalanische Form. Damit es nicht durcheinandergeht, sagen viele Deutschsprachige einfach «Ibiza-Stadt». Wenn du im Bus oder am Taxistand nach dem Ziel gefragt wirst, reicht «Eivissa» oder «Vila» völlig aus; so nennen die Einheimischen ihre Stadt seit jeher. Warum es auf der Insel zwei Sprachen gibt, erklärt die Guide Eivissenc: welche Sprache auf Ibiza gesprochen wird.
Dalt Vila in aller Kürze
Ganz ohne Altstadt geht es natürlich nicht. Die Festung über dem Hafen wurde im 16. Jahrhundert gebaut, um die Bevölkerung vor Überfällen zu schützen, und gehört seit 1999 zum Welterbe[2]. Hinter den Mauern liegen unter anderem die Kathedrale, die Kirche Santo Domingo, das Rathaus und das Archäologische Museum; außerdem findest du dort ein Museum für zeitgenössische Kunst und das Museum Puget[3]. Einen ausführlichen Rundgang mit allen Stationen findest du in Dalt Vila: Rundgang durch die ummauerte Altstadt. Hier geht es um alles, was drumherum liegt.
Von der Plaça del Parc zur Vara de Rey
Ein guter Startpunkt ist die Neustadt. Über die Plaça del Parc und den Passeig de Vara de Rey kommst du zum Portal de ses Taules, dem Haupttor nach Dalt Vila[4]. Der Passeig ist eine breite Allee mit Bäumen und Terrassen, auf der du gut eine erste Pause machst und Leute beobachtest. Die Plaça del Parc ist kleiner und ruhiger, eher ein Treffpunkt für Menschen, die hier wohnen, als für Reisegruppen.
Plane den Weg nach oben nicht für die Mittagszeit im Hochsommer. Die Gassen sind steil, das Pflaster ist glatt, und Schatten gibt es nur stellenweise. Feste Schuhe und eine Wasserflasche machen den Unterschied zwischen einem schönen Spaziergang und einer Quälerei.
La Marina und der Hafen
Unterhalb der Mauern liegt La Marina, das alte Hafenviertel. Seine weißen Gassen sind voller Läden; hier bekommst du die typische weiße Adlib-Mode, findest Cafés und den Mercat Vell, die alte Markthalle mit frischen Produkten[5]. Wenn du bummeln willst, ist das der Teil der Stadt dafür. Mehr Ideen sammelt die Guide Shopping in Ibiza-Stadt, und was es mit der weißen Mode auf sich hat, erfährst du in Adlib: die weiße Mode von Ibiza.
Am Sporthafen liegen die Yachten[5], und am Ende der Mole beginnt das kleine Viertel Sa Penya, das sich an den Fels unter den Stadtmauern drückt. Von der gegenüberliegenden Hafenseite aus hast du den schönsten Blick auf die Silhouette der Altstadt, besonders am späten Nachmittag, wenn das Licht die Mauern färbt. Wenn du von hier aus einen Abstecher auf die Nachbarinsel planst, hilft dir Fähre von Ibiza nach Formentera.
Puig des Molins: die Totenstadt am Hang
Etwas abseits der üblichen Wege, aber nur wenige Minuten zu Fuß von der Altstadt entfernt, liegt die Nekropole Puig des Molins. Sie stammt aus punischer Zeit, diente die ganze Antike hindurch als Friedhof und zählt mehr als 3.000 unterirdische Gräber[6]. Zusammen mit Dalt Vila, den Seegraswiesen und der phönizischen Siedlung Sa Caleta gehört sie zum UNESCO-Welterbe «Ibiza, Biodiversity and Culture»[7]. Der Hang mit seinen alten Olivenbäumen ist ein stiller Ort mitten in der Stadt. Wer die Geschichte dahinter verstehen will, liest vorher Phönizier und Puig des Molins. Öffnungszeiten und Eintritt nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich ändern; schau dafür direkt auf die Seite des Museums.
Strände am Stadtrand
Ibiza-Stadt ist keine reine Strandstadt, aber du musst nicht weit fahren. Im Süden schließt Figueretes an, ein Wohnviertel mit Promenade und einem schmalen Stadtstrand. Auf der anderen Seite der Hafenbucht liegt Talamanca mit einem längeren Sandstrand, der ruhiger ist als die großen Partystrände. Weiter südlich beginnt Playa d'en Bossa, über die du in Playa d'en Bossa mehr erfährst. Für einen halben Tag am Wasser reicht das gut, wenn du in der Stadt wohnst und kein Auto hast.
Ibiza-Stadt am Abend
Wenn die Sonne untergeht, füllen sich die Terrassen am Hafen und in La Marina. Die Stadt ist am Abend lebendig, ohne dass du in einen Club gehen musst. Wenn du doch tanzen willst, hilft dir Clubs auf Ibiza im Überblick bei der Orientierung; wer lieber ohne Club feiert, findet Ideen in Ibiza-Party ohne Club.
So kommst du hin und so planst du
Ohne Auto kommst du mit dem Bus in die Stadt; welche Linien gerade fahren, steht in Busfahren auf Ibiza, und den aktuellen Fahrplan prüfst du immer beim Betreiber selbst. Mit dem Mietwagen ist die Innenstadt im Sommer anstrengend; parke lieber am Rand und geh zu Fuß. Wenn du überlegst, in der Stadt zu wohnen, vergleicht Wo übernachten auf Ibiza? die Inselteile.
Ein möglicher Tag sieht so aus: morgens hinauf nach Dalt Vila, solange es kühl ist; mittags hinunter nach La Marina und in den Mercat Vell; am Nachmittag ein Besuch in Puig des Molins; zum Sonnenuntergang auf die andere Hafenseite. So siehst du in einem Tag beide Gesichter der Stadt, das alte und das alltägliche. Wenn du nur wenige Tage hast, kombiniere das mit der Route Ibiza in 3 Tagen.
Weitere Orte der Insel findest du im Bereich Orte & Sehenswürdigkeiten.
Quellen
Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.
Eivissa ist die größte Stadt der Insel und ihr Verwaltungssitz.
Die Festung Dalt Vila wurde im 16. Jahrhundert zum Schutz vor Angriffen und Plünderungen gebaut und ist seit 1999 Welterbe.
Innerhalb der Mauern liegen unter anderem die Kathedrale, die Kirche Santo Domingo, das Rathaus und das Archäologische Museum; dazu kommen das Museum für zeitgenössische Kunst und das Museum Puget.
Über die Plaça del Parc und den Passeig de Vara de Rey erreicht man das Portal de ses Taules, den Zugang nach Dalt Vila mit Kathedrale und Burg.
Im Viertel La Marina gibt es weiße Gassen mit Läden, Adlib-Mode, Cafés und den Mercat Vell mit frischen Produkten; am Sporthafen liegen die Yachten.
Die Nekropole Puig des Molins stammt aus punischer Zeit, war die ganze Antike hindurch Friedhof und zählt mehr als 3.000 unterirdische Gräber.
Das UNESCO-Welterbe «Ibiza, Biodiversity and Culture» (1999) umfasst Posidonia-Seegraswiesen, Dalt Vila, die phönizische Siedlung Sa Caleta und die Nekropole Puig des Molins.
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