Sant Joan de Labritja: das ruhige Dorf im Norden
Sant Joan auf Ibiza: weißes Dorf im Norden mit Kirche aus dem 18. Jahrhundert, Wälder, Klippen und Buchten – die stille Seite der Insel.
Wenn du von Ibiza nur die Bilder der Clubs kennst, wird dich Sant Joan de Labritja (San Juan Bautista) überraschen. Das Dorf liegt im Norden der Insel und gehört zu ihren weißen Dörfern, ganz in der Nähe von Sant Miquel, Sant Vicent und Sant Llorenç[1]. Es gibt hier keine Hotelburgen und keine Promenade, sondern Kalkmauern, eine Kirche, ein paar Bars und viel Landschaft. Diese Guide erklärt dir, was Sant Joan ausmacht, was du in der Umgebung entdecken kannst und für wen sich ein Aufenthalt im Norden lohnt.
Das Dorf: klein, weiß und langsam
Im Ortskern stehen die weiß gekalkten Häuser dicht an dicht, dazu kommen ein kleines Rathaus und die Kirche Sant Joan[2]. In zehn Minuten bist du einmal durch, und genau darum geht es: Sant Joan ist kein Ort für ein dichtes Besichtigungsprogramm, sondern für einen Kaffee im Schatten, einen Blick in die Kirche und das Gefühl, dass die Uhren hier etwas langsamer laufen.
Die Kirche hat eine bemerkenswerte Entstehungsgeschichte. Sie wurde im 18. Jahrhundert neben einer kleinen Kapelle gebaut, die wenige Jahre zuvor der größte Grundbesitzer der Gegend errichten ließ, um mehr Menschen zur Arbeit auf seinen Feldern anzulocken[3]. Das erzählt viel über den Norden: Hier ging es immer ums Land, um Felder, Vieh und Wasser. Wie die Kirchen und Bauernhäuser der Insel gebaut wurden, erklärt Ibizenkische Architektur.
Eine Gemeinde, die vom Land lebt
Anders als viele Orte auf Ibiza lebt die Gemeinde Sant Joan nach Angaben des spanischen Tourismusportals noch heute vorwiegend von Landwirtschaft und Viehzucht[4]. Das prägt das Bild: Johannisbrot- und Olivenbäume, Terrassenfelder, Trockenmauern, dazwischen einzelne Höfe. Wenn du über die Landstraßen fährst, siehst du ein Ibiza, das es in den Touristenzentren kaum noch gibt.
Für dich als Gast bedeutet das: Die Infrastruktur ist überschaubar. Supermärkte, Restaurants und Tankstellen sind dünner gesät als im Süden. Plane Einkäufe also etwas voraus, besonders wenn du in einer abgelegenen Finca wohnst. Und fahr auf den schmalen Straßen langsam: Hinter der nächsten Kurve kann ein Traktor, ein Radfahrer oder eine Schafherde auftauchen.
Wälder, Klippen und Buchten
Rund um Sant Joan findest du ausgedehnte Wälder, steile Klippen und kleine Buchten[5]. Die Küste im Norden ist zerklüfteter als im Süden; viele Buchten sind klein und nur über schmale Straßen erreichbar. Zur Gemeinde gehört auch der Küstenort Portinatx[4], den wir in Portinatx: Buchten an der Nordspitze ausführlich vorstellen.
Einige Buchten der Gegend sind für ihre Hippie-Atmosphäre und ihre Trommler bekannt[5]. Die bekannteste ist Benirràs, wo sich Menschen zum gemeinsamen Trommeln in den Sonnenuntergang treffen. Was dich dort erwartet und wie du entspannt hin- und wieder wegkommst, steht in Benirràs: Trommeln zum Sonnenuntergang. Wenn dich die Geschichte dieser Szene interessiert, lies Hippie-Ibiza.
Wanderer kommen im Norden besonders auf ihre Kosten. Die Wege führen durch Pinienwälder und über Hügel mit Blick aufs Meer, oft ohne einem anderen Menschen zu begegnen. Nimm genug Wasser mit, lade die Karte offline auf dein Handy und rechne damit, dass Markierungen fehlen können. Touren für verschiedene Ansprüche sammelt Wandern auf Ibiza.
Die Nachbardörfer
Sant Joan liegt nah an anderen kleinen Dörfern des Nordens: Sant Miquel, Sant Vicent und Sant Llorenç[1]. Jedes hat seine eigene Kirche und seinen eigenen Rhythmus. Wenn du einen Tag im Norden verbringst, lohnt es sich, zwei oder drei davon zu verbinden und dazwischen an einer Bucht zu baden. Eine fertige Tagesroute findest du in Ibizas Norden in einem Tag.
Für wen passt Sant Joan?
Sant Joan ist die richtige Wahl, wenn du Ruhe suchst, gern wanderst oder einfach ein paar Tage abschalten willst. Viele Unterkünfte im Norden sind Landhäuser oder Agroturismos; was es damit auf sich hat, erklärt Agroturismo auf Ibiza. Wer sich gezielt zurückziehen will, findet weitere Ideen in Das ruhige Ibiza.
Weniger geeignet ist der Norden, wenn du ohne Auto unterwegs bist oder jeden Abend ausgehen willst. Die Wege zu den Clubs im Süden sind lang, und für die Rückfahrt in der Nacht solltest du vorher wissen, wie du heimkommst. Wie du ohne eigenes Fahrzeug zurechtkommst, klärt Ibiza ohne Auto; verbindliche Fahrpläne findest du immer nur beim Betreiber.
Ein Tipp zum Schluss
Komm nicht nur im Hochsommer. Im Frühling, wenn die Felder grün sind, und im Herbst, wenn das Licht weich wird, zeigt sich der Norden von seiner schönsten Seite. Wann welche Jahreszeit was bietet, erklärt Beste Reisezeit für Ibiza.
Weitere Orte der Insel findest du im Bereich Orte & Sehenswürdigkeiten.
Quellen
Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.
Sant Joan de Labritja ist eines der weißen Dörfer im Norden Ibizas, ganz in der Nähe von Sant Miquel, Sant Vicent und Sant Llorenç.
Im Ortskern stehen weiß gekalkte Häuser dicht nebeneinander, dazu ein kleines Rathaus und die Kirche Sant Joan.
Die Kirche Sant Joan wurde im 18. Jahrhundert neben einer kleinen Kapelle gebaut, die einige Jahre zuvor der größte Grundbesitzer der Gegend errichten ließ, um mehr Siedler für seine Felder anzuziehen.
Anders als viele Orte der Insel lebt Sant Joan de Labritja noch heute vorwiegend von Landwirtschaft und Viehzucht; Portinatx gehört zur Gemeinde.
In der Umgebung gibt es ausgedehnte Wälder, steile Klippen und kleine Buchten, einige davon bekannt für ihre Hippie-Atmosphäre und ihre Trommler.
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