Boot mieten auf Ibiza: mit und ohne Bootsführerschein
Welche Boote du auf Ibiza ohne Führerschein fahren darfst, wann ein Schein nötig ist und worauf du bei Ankern, Schutzgebieten und Vermietern achtest.
Zeiten, Preise und Regeln ändern sich. Die Angaben hier sind auf dem Stand vom . Prüfe sie vor deinem Besuch bei der offiziellen Stelle – die Links findest du unter Quellen.
Ein Boot für einen Tag zu mieten, ist eine der besten Arten, die Küste Ibizas zu erleben: kleine Buchten, die du vom Land aus kaum erreichst, Schwimmen abseits der Menge, ein Mittagessen an Deck. Gleichzeitig ist es der Teil des Urlaubs, in dem die Regeln am meisten zählen. In dieser Guide erfährst du, welche Boote du ohne Führerschein fahren darfst, wann du einen Schein brauchst und was du als Skipper beachten musst. Konkrete Preise und Anbieter nennen wir nicht, weil wir sie nicht aus einer amtlichen Quelle belegen können.
Mit oder ohne Führerschein: was das spanische Recht sagt
Die Regeln stehen im spanischen Real Decreto 875/2014 über die Freizeitschifffahrt. Nach Artikel 10 brauchst du keine spanische Lizenz für den privaten Gebrauch eines Motorboots bis 5 Meter Länge und höchstens 15 PS ohne Leistungsdrosselung. Dabei gilt: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein, darfst dich nicht mehr als 2 Seemeilen vom Ausgangshafen oder Strand entfernen und nur tagsüber fahren. Wassermotorräder sind ausgenommen[1].
Wichtig ist das Wort «privat». Beim Mieten legen die Vermieter fest, wer ihr Boot fahren darf und was sie dafür sehen wollen. Frag deshalb vor der Buchung ausdrücklich, ob für das Boot, das du ausgesucht hast, ein Schein nötig ist, und welchen Nachweis der Vermieter akzeptiert.
Welche Scheine es gibt
Darüber stuft das Dekret die Berechtigungen ab:
- Lizenz (licencia de navegación): Sie wird von Segel- und Motorbootverbänden oder Nautikschulen ausgestellt und berechtigt zum Führen von Freizeitbooten und Wassermotorrädern bis 6 Meter Länge, tagsüber und bis höchstens 2 Seemeilen von Hafen, Marina oder Schutzort[2].
- Patrón para navegación básica: Motorboote bis 8 Meter, wenn du dich nicht mehr als 5 Seemeilen von Hafen oder Schutzort entfernst[3].
- Patrón de embarcaciones de recreo (PER): Motorboote bis 15 Meter, entweder bis 12 Seemeilen von der Küste oder zwischen den Inseln der Balearen und Kanaren[4].
Ob dein heimischer Bootsführerschein oder ein internationales Zertifikat in Spanien anerkannt wird, hängt vom Einzelfall ab. Frag das beim Vermieter nach und lass dir die Antwort schriftlich geben. Verlässliche Auskunft gibt dir außerdem die Capitanía Marítima in Ibiza-Stadt.
Charter mit Skipper
Wenn du keinen Schein hast, bleibt die Variante mit Skipper. Dann fährt eine Person mit Berechtigung, und du kümmerst dich um Schwimmen, Essen und Ausblick. Gerade für größere Boote oder Touren nach Formentera ist das die entspannteste Lösung. Frag nach, was im Preis enthalten ist, und lass dir Route und Ankerplätze vorab zeigen.
Ankern, Schutzgebiete und Regeln im Wasser
Auch ohne Schein bist du Skipper und trägst die Verantwortung. Drei Dinge solltest du vorab klären:
- Seegras: Das Ankern auf Posidonia-Wiesen ist verboten; in Bojenfeldern musst du festmachen[5]. Alles dazu steht in Posidonia: warum Ankern im Seegras verboten ist.
- Meeresschutzgebiete: Rund um Ibiza und Formentera gibt es mehrere Reserven, darunter Freus de Ibiza y Formentera, die Nordostküste mit Tagomago und Vedrà-Vedranell[6]. Dort gelten besondere Regeln, etwa für das Fischen. Freizeitfischen vom Boot ist in den Freus nur mit einer eigenen dreijährigen Genehmigung erlaubt[7]. Lass die Angel im Zweifel einfach zu Hause.
- Wetter und Wind: Prüf vor dem Ablegen Wind, Wellen und Rückweg. Wenn der Wind dreht, wird aus der ruhigen Bucht schnell ein unangenehmer Ankerplatz. Mehr zu Wetter und Unwetter findest du unter Reisezeit & Wetter.
Checkliste vor der Übernahme
- Schein, Ausweis und Kaution klären, bevor du bezahlst.
- Sicherheitsausrüstung zählen: Rettungswesten für alle, Anker, Funk oder Telefon.
- Tankstand und Reichweite besprechen, vor allem bei Fahrten nach Formentera.
- Kartenmaterial oder Navi mit Ankerplätzen auf Sand dabeihaben.
- Kinder und Nichtschwimmer: Westen anziehen, bevor ihr ablegt.
Den richtigen Tag und die richtige Route wählen
Beim Bootfahren entscheidet das Wetter über den Spaß. Der Morgen ist meist ruhiger als der Nachmittag, und bei auffrischendem Wind wird aus einem gemütlichen Törn schnell Arbeit. Plane deshalb eine kurze Route mit mehreren geschützten Buchten, statt ein weit entferntes Ziel anzupeilen, und lege die Rückfahrt so, dass du nicht gegen Wind und Welle zurückmusst. Wer zum ersten Mal ein Boot steuert, übt am besten zuerst das Anlegen und Ankern in einer leeren Bucht. Frag den Vermieter, wo er Anfänger sieht und welche Ecken er bei deinem Boot meiden würde. Und denk daran: Ein Boot ist kein Auto. Es hat keine Bremse, und Wind und Strömung schieben es weiter, als du erwartest.
Weiterlesen
Wenn du lieber mit Segeln unterwegs bist, liest du Segeln rund um Ibiza und Formentera. Eine Übersicht über alle Wasseraktivitäten findest du im Bereich Wassersport & Boote. Und für den Tagesausflug auf die kleine Nachbarinsel gibt es Formentera an einem Tag.
Quellen
Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.
Nach Artikel 10 des spanischen Real Decreto 875/2014 ist für den privaten Gebrauch von Motorbooten bis 5 Meter Länge und höchstens 15 PS ohne Leistungsdrosselung keine Freizeitschifferlizenz nötig; die Boote dürfen sich nicht mehr als 2 Seemeilen vom Ausgangshafen entfernen und nur tagsüber fahren, die Mindestgrenze liegt bei 18 Jahren, Wassermotorräder sind ausgenommen.
Die Lizenz (licencia de navegación) von Segel- und Motorbootverbänden oder Nautikschulen berechtigt zum Führen von Freizeitbooten und Wassermotorrädern bis 6 Meter Länge, tagsüber und bis höchstens 2 Seemeilen von Hafen, Marina oder Schutzort.
Der Patrón para navegación básica berechtigt zum Führen von Motorbooten bis 8 Meter Länge, wenn sie sich nicht mehr als 5 Seemeilen von Hafen, Marina oder Schutzort entfernen.
Der Patrón de embarcaciones de recreo (PER) berechtigt zum Führen von Motorbooten bis 15 Meter Länge, wahlweise bis 12 Seemeilen von der Küste oder zwischen den Inseln der Balearen und Kanaren.
Nach dem Posidonia-Dekret der Balearen ist das Ankern auf Posidonia oceanica grundsätzlich verboten; wo Bojenfelder eingerichtet sind, muss das Boot an die Boje.
Das Govern der Balearen führt für Ibiza und Formentera mehrere Meeresschutzgebiete, darunter die Reserva Marina de los Freus de Ibiza y Formentera, die Reserva Marina de la costa nordeste de Ibiza-Tagomago und die Reserva Marina des Vedrà-Vedranell.
In der Meeresschutzzone Freus de Ibiza y Formentera ist Freizeitfischen vom Boot nur mit einer eigenen dreijährigen Genehmigung erlaubt.
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