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Segeln rund um Ibiza und Formentera: Reviere und Ankerregeln

Segeln um Ibiza und Formentera: welche Scheine das spanische Recht verlangt, wo Bojenfelder und Schutzgebiete liegen und wie du Ankerplätze auf Sand planst.

Wassersport & Boote auf Ibiza 4 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft

Kajak in Cremeweiß liegt an einem steinigen Ufer mit Kiefern, dahinter ruhiges Meer im blassen Abendlicht
Symbolbild

Zeiten, Preise und Regeln ändern sich. Die Angaben hier sind auf dem Stand vom . Prüfe sie vor deinem Besuch bei der offiziellen Stelle – die Links findest du unter Quellen.

Segeln rund um Ibiza und Formentera heißt: klares Wasser, kurze Distanzen zwischen den Zielen und viele Buchten, die sich nur vom Wasser aus erreichen lassen. Es heißt aber auch, dass du dich an klare Regeln halten musst, vor allem beim Ankern. In dieser Guide bekommst du einen Überblick über die Reviere, die Scheine und die Regeln, die du als Skipper kennen musst. Wetter, Windvorhersagen und Hafengebühren sind hier bewusst nicht aufgeführt, denn dafür brauchst du tagesaktuelle Quellen.

Die Reviere im Überblick

Die Pityusen sind ein überschaubares Segelrevier. Ibiza hat eine lange, abwechslungsreiche Küste mit Felsbuchten im Norden, den Inselchen vor dem Westen und flachem Sandgrund im Süden. Formentera liegt eine kurze Überfahrt entfernt. Zwischen beiden Inseln liegen die Freus, eine Meerenge mit flachem Wasser, Sand und ausgedehnten Seegraswiesen. Gerade dort lohnt sich der Blick aufs Wasser: Dunkle Flächen sind Posidonia, helle Flächen sind Sand. Dazu mehr in Posidonia: warum Ankern im Seegras verboten ist.

Für die Planung gilt: Nimm nicht zu viele Ziele in einen Tag. Wind, Welle und Liegeplätze ändern sich schneller, als der Plan es vorsieht, und nach einem langen Segeltag willst du nicht noch eine Bucht suchen müssen. Eine Orientierung zu Jahreszeit und Wasser findest du unter Reisezeit & Wetter.

Welcher Schein für welches Boot?

In Spanien regelt das Real Decreto 875/2014 die Freizeitschifffahrt. Für kleine Segelboote bis 6 Meter, die du sportlich nutzt, ist nach Artikel 10 keine Lizenz nötig, wenn du tagsüber bleibst und dich nicht weiter als 2 Seemeilen vom Ausgangshafen entfernst[1]. Für größere Boote gibt es abgestufte Berechtigungen. Der Patrón para navegación básica gilt für Segelboote bis 8 Meter und höchstens 5 Seemeilen von Hafen oder Schutzort; der Patrón de embarcaciones de recreo für Segelboote bis 15 Meter, wahlweise bis 12 Seemeilen von der Küste oder zwischen den Inseln der Balearen und Kanaren[2].

Welchen Nachweis der Vermieter bei einer Charter akzeptiert, entscheidet er selbst. Frag vor der Buchung ausdrücklich nach, ob dein heimischer Schein ausreicht. Wenn nicht, bleibt die Charter mit Skipper. Für Motorboote steht Ähnliches in Boot mieten auf Ibiza.

Ankern: die wichtigste Regel

Die Regel, die du im Kopf haben musst: Ankern auf Posidonia ist auf den Balearen grundsätzlich verboten. Auch Kette und andere Teile der Verankerung dürfen nahe Wiesen diese nicht beschädigen[3]. Such dir deshalb Ankerplätze auf hellem Sandgrund, plane einen zweiten Platz für den Fall ein, dass der Wind dreht, und wirf den Anker bewusst, statt ihn nur fallen zu lassen.

Wo viele Boote auf empfindlichen Boden treffen, gibt es feste Bojenfelder. Im Naturpark Ses Salines sind das die Badia de s'Alga bei s'Espalmador, der Süden des Caló de s'Oli auf Formentera und die Platja de Ses Salines auf Ibiza. Dort bindest du das Boot an die Boje und wirfst keinen Anker[4]. Für die Nutzung gelten die Regeln der jeweiligen Verwaltung, also prüfe vorab, ob du anmelden oder buchen musst.

Den aktuellen Stand der Seegraswiesen und der Bojenfelder zeigt das Kartenportal des Govern. Rufe es vor der Törnplanung auf und speichere dir die Karte offline[5].

Meeresschutzgebiete

Rund um Ibiza und Formentera gibt es mehrere Meeresschutzgebiete: Freus de Ibiza y Formentera, die Nordostküste mit Tagomago und Vedrà-Vedranell[6]. Für Segler heißt das vor allem: Informiere dich über Fischerei- und Tauchregeln, bevor du dort ankerst. In den Freus ist Freizeitfischen vom Boot nur mit einer dreijährigen Genehmigung erlaubt; Wettbewerbe sind verboten[7]. Wer ohne Genehmigung angelt, riskiert eine Strafe. Die Angel bleibt also am besten unter Deck.

Praktische Tipps für den Törn

  • Vorbereitung: Lade Karte und Wetterdaten vor dem Ablegen herunter. Auf manchen Abschnitten ist der Empfang schwach.
  • Crew-Briefing: Jeder an Bord sollte wissen, wo Rettungsweste, Funk und Erste-Hilfe-Set liegen.
  • Abfall: Nichts über Bord werfen, schon gar nicht in einem Bojenfeld.
  • Rückzug: Plane immer einen geschützten Hafen oder eine Bucht als Ausweichziel ein.

Törnplanung in der Praxis

Ein guter Tag auf dem Wasser beginnt am Abend vorher. Leg fest, welche Bucht dein Hauptziel ist, und such dir zwei Alternativen, falls der Wind dreht oder dort schon viele Boote liegen. Rechne bei Wind aus wechselnden Richtungen damit, dass nicht jede Bucht gleich geschützt ist: Eine Bucht, die bei Nordwind ruhig liegt, kann bei Südwind unangenehm werden. Wer das Revier nicht kennt, profitiert von einem Skipper oder einer kurzen Einweisung durch den Vermieter. Sprich außerdem mit deiner Crew ab, wer welche Aufgabe beim Ankern übernimmt, damit der Anker nicht hektisch und unkontrolliert fällt.

Segeln und Landgang kombinieren

Viele Segler verbinden den Törn mit einem Landausflug. Für Formentera findest du Anregungen in Formentera an einem Tag und in Ses Illetes. Alle Wasseraktivitäten auf einen Blick gibt es im Bereich Wassersport & Boote.

Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Nach Artikel 10 des Real Decreto 875/2014 ist für den sportlichen Gebrauch von Segelbooten bis 6 Meter Länge keine Freizeitschifferlizenz nötig; die Boote dürfen sich nicht mehr als 2 Seemeilen vom Ausgangshafen entfernen und nur tagsüber fahren.

    Agencia Estatal Boletín Oficial del Estado (BOE) · Stand: 10. Oktober 2014 · abgerufen am ↩

  2. Das spanische Real Decreto 875/2014 unterscheidet Segelberechtigungen: der Patrón para navegación básica gilt für Segelboote bis 8 Meter und höchstens 5 Seemeilen von Hafen, Marina oder Schutzort; der Patrón de embarcaciones de recreo für Segelboote bis 15 Meter, wahlweise bis 12 Seemeilen von der Küste oder zwischen den Inseln der Balearen und Kanaren.

    Agencia Estatal Boletín Oficial del Estado (BOE) · Stand: 10. Oktober 2014 · abgerufen am ↩

  3. Nach dem Posidonia-Dekret der Balearen ist das Ankern auf Posidonia oceanica grundsätzlich verboten; Ankerkette und andere Verankerungsteile dürfen nahe Seegraswiesen diese nicht beschädigen.

    Govern de les Illes Balears · Stand: 2018 · abgerufen am ↩

  4. Im Naturpark Ses Salines gibt es regulierte Bojenfelder in der Badia de s'Alga bei s'Espalmador, im Süden des Caló de s'Oli auf Formentera und an der Platja de Ses Salines auf Ibiza; dort muss das Boot an die Boje gebunden werden und darf nicht ankern.

    Govern de les Illes Balears, Institut Balear de la Natura (IBANAT) · abgerufen am ↩

  5. Die Grenzen der regulierten Bojenfelder und die aktuelle Kartierung der Posidonia-Wiesen sind im Kartenviewer des Govern abrufbar.

    Govern de les Illes Balears (IDEIB) · abgerufen am ↩

  6. Für Ibiza und Formentera führt das Govern unter anderem die Reserva Marina de los Freus de Ibiza y Formentera, die Reserva Marina de la costa nordeste de Ibiza-Tagomago und die Reserva Marina des Vedrà-Vedranell.

    Govern de les Illes Balears, Servicio de Recursos Marinos · abgerufen am ↩

  7. In der Reserva Marina de los Freus ist das Freizeitfischen vom Boot nur mit einer dreijährigen Genehmigung erlaubt, Sportfischen im Wettbewerb ist verboten, und Taucher dürfen keine Fanggeräte mitführen.

    Govern de les Illes Balears, Servicio de Recursos Marinos · abgerufen am ↩

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