Zum Inhalt springen

Schnorcheln auf Ibiza: Buchten mit klarem Wasser

Schnorcheln auf Ibiza: worauf es für klare Sicht ankommt, wie du Seegras schützt, welche Regeln in Schutzgebieten gelten und wie du sicher bleibst.

Wassersport & Boote auf Ibiza 4 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft

Blick von unter Wasser zur Oberfläche, Sonnenstrahlen fallen auf Seegraswiese am Meeresgrund
Symbolbild

Schnorcheln ist die einfachste Art, Ibizas Unterwasserwelt kennenzulernen. Du brauchst Maske, Schnorchel und ein bisschen Ruhe, mehr nicht. Das Wasser ist an vielen Stellen klar, und schon wenige Meter vom Ufer entfernt siehst du Felsen, Fische und Seegras. In dieser Guide erfährst du, worauf du bei der Wahl der Bucht achtest, wie du dich sicher im Wasser verhältst und welche Regeln du kennen solltest. Eine fertige Liste «der besten Schnorchelplätze» findest du hier nicht, denn Sicht und Strömung ändern sich täglich und wir können sie nicht belegen.

Was eine gute Schnorchelbucht ausmacht

Die Qualität einer Bucht hängt von wenigen Dingen ab. Geschützte, felsige Ufer mit Sandboden dazwischen bieten oft mehr zu sehen als ein langer, flacher Sandstrand. Wind und Wellen wirbeln Sand auf und verschlechtern die Sicht, daher lohnt sich der Blick aufs Wetter am Vortag. Meist ist das Wasser morgens ruhiger, und es sind weniger Menschen unterwegs. Weitere Orientierung zu Buchten bietet der Bereich Strände & Buchten, etwa Cala Salada und Saladeta oder Cala Comte.

Rechne damit, dass beliebte Buchten im Sommer voll sind. Dann ist das Wasser nicht nur belebt, sondern auch von Booten und Sonnencreme beeinflusst. Weiche im Zweifel auf eine ruhigere Stelle aus oder komm außerhalb der Hauptsaison. Mehr zur Wahl des Zeitpunkts findest du in Die beste Reisezeit für Ibiza.

Das Seegras: nicht anfassen

Beim Schnorcheln siehst du die Posidonia-Wiesen aus nächster Nähe. Es handelt sich um eine Meerespflanze, die nur im Mittelmeer vorkommt, unter besonderem Schutz steht und deren Lebensraum als prioritär gilt[1]. Sie ist auch einer der Gründe, warum Ibiza seit 1999 zum UNESCO-Welterbe gehört[2]. Behandle sie wie einen Wald: anschauen, nicht betreten, nicht herausreißen.

Für dich heißt das: Stell dich nicht auf die Wiese, schwimm mit horizontaler Körperhaltung und halte die Flossen vom Boden fern. Am Strand angespültes braunes Material sind Reste der Pflanze und gehören zum natürlichen Kreislauf; nimm nichts mit. Mehr Hintergrund liest du in Posidonia: warum Ankern im Seegras verboten ist.

Regeln in Meeresschutzgebieten

Rund um Ibiza und Formentera gibt es Meeresschutzgebiete mit eigenen Regeln. In der Reserva Marina de los Freus de Ibiza y Formentera sind Apnoe-Tauchgänge in der gesamten Reserve frei, also auch das Schnorcheln. Du darfst aber weder beim Tauchgang noch an Bord Geräte zum Fischen oder Entnehmen von Meerestieren mitführen; erlaubt ist nur ein Sicherheitsmesser[3]. Nimm also keine Speergeräte mit, und sammle keine Muscheln oder Seesterne ein.

Ausrüstung und Sicherheit

  • Maske und Schnorchel: Sie sollten gut sitzen. Probier die Maske vorab an Land aus: Ansaugen ohne Riemen und ein dichter Sitz sind ein gutes Zeichen.
  • Flossen: Sie helfen bei Strömung, sind aber bei Anfängern auch eine Fehlerquelle. Schwimm ruhig und mit kleinen Bewegungen.
  • Schwimmweste oder Boje: Eine Signalboje macht dich für Boote sichtbar. Auf Ibiza fahren in den Buchten viele Boote und Jetskis.
  • Neopren: Außerhalb des Sommers ist das Wasser kühl. Mehr dazu in Wassertemperatur auf Ibiza.
  • Sonnenschutz: Ein Lycra-Shirt schützt den Rücken besser als Creme und belastet das Wasser weniger.

Schnorchle nie allein, bleib in Ufernähe und behalte Strömung und Wellen im Blick. Auf Strandabschnitten ohne Rettungsdienst bist du auf dich gestellt. Wenn du dich unwohl fühlst, geh ans Ufer, bevor du müde wirst. Kinder gehören immer in Sichtweite eines Erwachsenen und, wenn sie nicht sicher schwimmen, mit Weste ins Wasser.

Mit Kindern und Anfängern

Für den ersten Versuch eignen sich flache, windgeschützte Buchten mit sanftem Einstieg. Übt zuerst am Rand, bis alle mit Maske und Schnorchel entspannt atmen. Und lasst euch Zeit: Meist reicht eine halbe Stunde im Wasser, bevor Kinder auskühlen. Weitere Anregungen für den Urlaub mit Kindern findest du in Ibiza mit Kindern.

Was du beim Schnorcheln sehen kannst

Die Tierwelt im flachen Wasser ist unspektakulär, aber lebendig: kleine Fischschwärme über Sand, einzelne Fische an Felskanten, Seegras mit allerlei Bewohnern. Wer geduldig ist und ruhig schwimmt, sieht mehr als jemand, der hektisch durch die Bucht pflügt. Schau auch mal unter Steine am Rand und in Felsspalten, aber fass nichts an. Den meisten Spaß hast du, wenn du dir Zeit lässt, die Augen offen hältst und dein Tempo an die Bedingungen anpasst. Eine Unterwasserkamera ist praktisch, aber kein Muss.

Wenn du mehr willst

Wer tiefer eintauchen möchte, findet in Tauchen auf Ibiza die Regeln und Hinweise für Gerätetaucher. Eine Übersicht über alle Wasseraktivitäten bietet der Bereich Wassersport & Boote.

Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Posidonia oceanica ist eine im Mittelmeer endemische Meerespflanze, die unter besonderem Schutz steht; ihr Lebensraum gilt als prioritär.

    Govern de les Illes Balears, Institut Balear de la Natura (IBANAT) · abgerufen am ↩

  2. Ibiza ist seit 1999 als «Ibiza, Biodiversity and Culture» UNESCO-Welterbe; dazu gehören die Posidonia-Seegraswiesen.

    UNESCO World Heritage Centre · Stand: 1999 · abgerufen am ↩

  3. In der Reserva Marina de los Freus de Ibiza y Formentera sind Apnoe-Tauchgänge in der gesamten Reserve frei; Gerätetaucher und Apnoetaucher dürfen weder beim Tauchgang noch an Bord Geräte zum Fischen oder Entnehmen von Meerestieren mitführen, ausgenommen ein Sicherheitsmesser.

    Govern de les Illes Balears, Servicio de Recursos Marinos · abgerufen am ↩

Zuletzt geprüft am

Wir prüfen diese Guide spätestens bis . Fehler gefunden? Kontakt über das Impressum.

Mehr zum Thema Wassersport & Boote auf Ibiza