Zum Inhalt springen

Salz von Ibiza: Salinen, Geschichte und Fleur de Sel

Warum Ibiza für sein Salz bekannt ist: Salinen im Naturpark, Welterbe, Flamingos und worauf du bei Fleur de Sel als Mitbringsel achten solltest.

Essen & Trinken auf Ibiza 5 Min. Lesezeit Zuletzt geprüft

Frischer Fisch, Garnelen und Austern auf Eis an einem Marktstand, im Hintergrund Meer und Abendsonne
Symbolbild

Ibiza kennst du vielleicht von Stränden und Nächten. Im Süden liegt aber eine Landschaft, die älter ist als jeder Club: flache Becken, in denen Meerwasser verdunstet und Salz zurückbleibt. Dieser Guide erklärt, was es mit dem Salz der Insel auf sich hat, wie du die Salinen besuchen kannst und woran du gutes Fleur de Sel als Mitbringsel erkennst.

Wo die Salinen liegen

Die Salinen gehören zum Naturpark Ses Salines d'Eivissa i Formentera. Der Park erstreckt sich vom Süden Ibizas bis in den Norden Formenteras und umfasst auch das Meer dazwischen: rund 2.752,5 Hektar an Land und 14.028 Hektar Wasserfläche[1]. Das ist mehr Meer als Land, und genau das macht den Reiz aus. Wer an der Südspitze unterwegs ist, fährt oder läuft zwangsläufig an den Teichen vorbei, wenn er zu den Stränden dort will. Die Gemeinde heißt Sant Josep de sa Talaia; mehr über sie liest du unter Sant Josep.

Warum der Ort geschützt ist

Dass die Salinen heute unter Schutz stehen, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Forderungen aus der Bevölkerung. Zuerst wurde ein großer Teil als Gebiet von besonderem Naturinteresse ausgewiesen, später kam der Status als Naturreservat dazu. Seit dem Gesetz 17/2001 gilt das Gebiet als Naturpark[2]. Wichtig für deinen Besuch: Die Salzgewinnung läuft weiter. Das Gelände ist also keine reine Kulisse, sondern ein Arbeitsplatz.

Dazu kommt das Welterbe. Die Seegraswiesen der Posidonia vor der Küste zählen zum UNESCO-Welterbe der Insel[3]. Wie du dich als Bootsfahrer verhalten musst, steht in Posidonia: warum Ankern im Seegras verboten ist.

Salz mit Geschichte

Salz war über Jahrhunderte ein Handelsgut, und das spürst du in den Resten alter Anlagen. Eine Ausstellung im Besucherzentrum Sant Francesc zeigt Fotos und Werkzeuge aus der Zeit, als die Arbeit noch von Hand erledigt wurde. Auch heute geht ein großer Teil des Salzes in den Norden Europas, wo es zum Einsalzen von Kabeljau dient[4]. Das erklärt, warum das Salz der Insel nicht nur in Feinkostläden zu finden ist, sondern in Lagerhallen und Häfen. Mehr zum geschichtlichen Rahmen findest du in Die Geschichte Ibizas und Phönizier und Puig des Molins.

Flamingos und Zugvögel

Auch ohne Interesse an Salz lohnt sich ein Blick auf das Wasser. Im Park wurden rund 210 Vogelarten gezählt. Der Flamingo ist fast das ganze Jahr über in den Teichen zu sehen; am besten klappt es am Ende des Sommers und im Herbst[5]. Wenn du ein Fernglas hast, nimm es mit. Ruhige Zeiten sind früh am Morgen und am späten Nachmittag, wenn weniger Besucher unterwegs sind. Wer im Oktober reist, findet Hinweise unter Ibiza im Oktober.

Was du beim Besuch beachten musst

Der Park ist nach Angaben der Betreiber an allen Tagen und zu jeder Uhrzeit zugänglich. Es gibt aber Bereiche, die für Besucher tabu sind: die Salzteiche selbst, die Dünen, die Inselchen und das Cap des Falcó während der Brutzeit vom 1. März bis 31. Juli sowie alles abseits der erlaubten Wege[6]. Das bedeutet praktisch: Bleib auf den Wegen, betritt keine Becken und nimm kein Salz aus den Teichen mit. Geschützte Pflanzen darfst du nicht pflücken. Hunde sind außerhalb bebauter Gebiete nicht erlaubt, und wo sie erlaubt sind, nur an der Leine. Die Regeln legt die Parkverwaltung fest; schau vor dem Besuch auf der Seite der Balearenregierung nach, ob sich etwas geändert hat.

Fleur de Sel und Mitbringsel

Neben dem groben Meersalz gibt es das feine Fleur de Sel, die zarte Kruste, die sich bei guten Bedingungen an der Oberfläche der Becken bildet. Weil sich der Ernteablauf von Jahr zu Jahr unterscheidet, schwankt auch das Angebot. Mehr als ein hübsches Glas solltest du für ein Geschenk nicht erwarten. Achte auf diese Dinge:

  • Herkunft auf dem Etikett: Steht dort ausdrücklich Ibiza oder die Salinen als Ursprung, ist das ein gutes Zeichen. Ein bloßes Inselmotiv sagt nichts aus.
  • Zutatenliste: Gutes Salz hat nur eine Zutat. Mischungen mit Gewürzen sind Geschmackssache, aber kein reines Inselsalz.
  • Verkaufsort: Märkte, Feinkostläden und Hofläden verkaufen häufig Produkte von kleinen Erzeugern. Mehr dazu unter Markthallen und Bauernmärkte.

Ob ein bestimmtes Salz eine geschützte Herkunftsbezeichnung trägt, kannst du im Register der Balearenregierung nachsehen, das wir im Überblick zu Essen & Trinken verlinken.

So kommst du am besten hin

Die Salinen liegen im Süden und sind am einfachsten mit einem Mietwagen zu erreichen; Hinweise findest du unter Mietwagen auf Ibiza. Wer nicht fährt, kann die Anreise mit dem Bus prüfen, siehe Bus auf Ibiza. Eine Kombination mit einem Strandtag im Süden bietet sich an, weil viele bekannte Strände nur wenige Minuten entfernt liegen.

Salz in der Küche

Zu Hause lohnt sich das Salz vor allem am Ende des Kochens: über gegrilltem Fisch, auf Tomaten oder auf Brot mit Olivenöl. Wie diese Zutaten auf Ibiza in der Küche zusammenfinden, erfährst du in Ibizenkische Küche und im Fischgericht Bullit de peix.

Kurz gesagt

Die Salinen sind ein Ort, an dem Natur, Geschichte und Handwerk zusammenkommen. Besuch sie mit Respekt, bleib auf den Wegen und kaufe nur Salz, dessen Herkunft du nachvollziehen kannst. Dann nimmst du mehr mit als ein Glas Salz.

Quellen

Jede konkrete Angabe stützt sich auf eine dieser offiziellen Quellen.

  1. Der Naturpark Ses Salines d'Eivissa i Formentera liegt zwischen dem Süden Ibizas und dem Norden Formenteras und schließt die Meerenge dazwischen ein. Er umfasst rund 2.752,5 Hektar Land und 14.028 Hektar Meer; verwaltet wird er von der Balearenregierung.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩

  2. Das Gesetz 17/2001 vom 19. Dezember über den Umweltschutz von Ses Salines d'Eivissa i Formentera machte das Gebiet zum Naturpark; zuvor war es 1991 als Gebiet von besonderem Naturinteresse und 1995 per Staatsgesetz als Naturreservat geschützt worden.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · Stand: 19. Dezember 2001 · abgerufen am ↩

  3. Die Posidonia-Seegraswiesen gehören zum UNESCO-Welterbe «Ibiza, Biodiversity and Culture» (1999).

    UNESCO World Heritage Centre · Stand: 1999 · abgerufen am ↩

  4. Das Besucherzentrum Sant Francesc im Park, Teil der Kirche Sant Francesc de s'Estany in der Gemeinde Sant Josep de sa Talaia, zeigt eine Ausstellung zur Salzgewinnung mit alten Werkzeugen. Ein großer Teil der Jahresproduktion geht heute in nordeuropäische Länder, um Kabeljau einzusalzen.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩

  5. Im Park wurden rund 210 Vogelarten gezählt, darunter der Flamingo; Flamingos sind fast das ganze Jahr in den Salzteichen zu sehen, am besten am Ende des Sommers und im Herbst.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩

  6. Der Park ist laut Betreiber an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr geöffnet. Gesperrt für Besucher sind die Salzteiche, die Dünensysteme, das Cap des Falcó in der Brutzeit vom 1. März bis 31. Juli, die Inselchen und alles abseits genehmigter Wege.

    Govern de les Illes Balears, Espais naturals protegits · abgerufen am ↩

Zuletzt geprüft am

Wir prüfen diese Guide spätestens bis . Fehler gefunden? Kontakt über das Impressum.

Mehr zum Thema Essen & Trinken auf Ibiza